DEr himmel pflantzet mein gelücke /
Er lacht mich freundlich an durch tausend holde blicke /
Er macht aus winter frühlings-zeit /
Er wirckt mir selber zeug zu einem feyer-kleide /
Ich bin von boy und flohr befreyt /
Und meine wolle wird zur seide.
Ich kan den port itzt recht erreichen /
Und darff nicht um das haupt der leeren hoffnung streichen /
Mein ancker sinckt in süsse ruh /
Dein auge hat mir selbst ein leit-stern werden müssen /
Ja / mein gelobtes land bist du /
Laß mich das vorgebürge küssen.
Schlag doch nicht mehr die augen nieder /
Ist denn mein reiner schertz / Rosette / dir zuwider?
Ich bin dir ja nicht unbekannt /
Du kennest mein gesicht / und auch mein treues hertze /
Drum glaube / daß der liebe brand
Sich stärcket zwischen freud und schertze.
Wilst du dich der natur entreissen?
Diß kan die tugend selbst nicht eine tugend heissen /
Das schöne blumwerck deiner brust
Ist nicht vor dich allein auff diese welt gebohren /
Es hat es auch zu meiner lust
Des himmels ausspruch außerkohren.
Du must in dir nicht selbst verwesen /
Laß mich um deinen mund die zucker-rosen lesen
Durch einen unverwehrten kuß /
Laß doch den süssen thau auff meine lippen rinnen /
Daß durch verliebten überfluß
Die geister selbst sich küssen können.
(Aus der 1697 erschienenen Sammlung 'Herrn Hoffmannswaldau und andrer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte erster Theil')
ZUM TODESTAG DES DICHTERS
Über den Autor (1616-1679)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen